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Umtauschaktion No Fake beendet

Aktion zeigt:
„Produktpiraterie im Einrichtungshandel ist ein Problem!“

Im November 2012 endete die ungewöhnliche Umtauschaktion „No Fake“ von Tecnolumen: Besitzer einer Fälschung der berühmten Wagenfeld-Bauhausleuchte konnten diese kostenlos gegen das Original des Design-Klassikers eintauschen. Das Ergebnis: Über 100 Besitzer einer Fälschung meldeten sich, 64 schickten ihre Raubkopien ein und 59 Exemplare tauschte die Leuchten-Manufaktur kostenlos ein. „Die Aktion hat eines ganz deutlich gezeigt: Produktpiraterie im Leuchten- und Einrichtungshandel ist ein Problem, es gibt zahlreiche illegale Kopien“, zieht Tecnolumen-Geschäftsführer Carsten Hotzan Bilanz. „Dies war ein erster wichtiger Schritt, darüber aufzuklären und das Bewusstsein über die Auswirkungen zu schärfen.“ Im Rahmen der Aktion wurde zudem deutlich, dass sich der Fälscher-Markt von Italien nach England verschiebt.

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Von September bis November stand bei der mittelständischen Leuchten-Manufaktur Tecnolumen in Bremen das Telefon selten still: Verbraucher begrüßten die Aktion „No Fake“, Händler wollten sich beteiligen und zahlreiche Medien über die Auswirkungen von Produktpiraterie berichten. Endlich wehrt sich mal einer und macht etwas – so die häufige Meinung. „Dabei sind wir seit über 25 Jahren gegen Produktpiraterie aktiv, haben viele Prozesse geführt und viel Geld investiert“, so Hotzan. Doch mit der Umtauschaktion hat der engagierte Bauhaus-Experte die notwendige Aufmerksamkeit erhalten, um etwas bewirken zu können.

Unwissenheit oder Kalkül?
Die meisten Besitzer einer Fälschung gaben an, diese aus Unwissenheit erworben zu haben. Es gab aber auch einige Teilnehmer, die ganz offen und ehrlich zugegeben haben, dass sie ganz bewusst eine Fälschung gekauft haben – aus Preisgründen. „Schön war aber zu hören, dass sie durch die Aktion ins Grübeln geraten sind und verstanden haben, dass mit dem Original noch echte Handarbeit und Werterhalt eines Design-Klassikers verbunden ist“, so Hotzan. „Nur die echte Wagenfeld-Leuchte honoriert die kreative und qualitative Arbeit des Designers und des Herstellers. Viele Verbraucher machen sich einfach keine Gedanken darüber, welche Auswirkungen der Kauf von Markenfälschungen für Arbeitsplätze und Wirtschaft in Deutschland hat.“

Gefahr für Unternehmen und Arbeitsplätze
Für mittelständische Unternehmen wie Tecnolumen ist Produktpiraterie existenzbedrohend. „Es gibt in Deutschland immer weniger Handwerksbetriebe, die für unsere Leuchten noch produzieren können“, erklärt Hotzan. „Gerade erst hat wieder eine Glasbläserei geschlossen, mit der wir seit 30 Jahren zusammengearbeitet haben.“ Nach Schätzungen des Instituts der deutschen Wirtschaft entfallen in Deutschland 70.000 Arbeitsplätze durch Produkt- und Markenpiraterie. Weltweit werden jedes Jahr gefälschte Produkte im Wert von 250 Milliarden Dollar gehandelt (Quelle OECD). Allein in Deutschland hat der Zoll 2011 verhindert, dass gefälschte Waren im Wert von 82,6 Millionen Euro in den Umlauf gebracht werden konnten. So die Zollbilanz 2011 des Bundesfinanzministeriums.

Immer mehr Fälschungen aus England
Ziel der Umtauschaktion „No Fake“ war es, sich gegen Produktpiraten zur Wehr zu setzen und das Bewusstsein für die Auswirkungen von Fälschungen zu stärken. Ebenso wichtig war es Tecnolumen aber, die Fälscher dingfest zu machen. Eine Teilnahmebedingung war daher die Einreichung des Kaufbelegs. „Zwar werden nahezu alle Fälschungen in China produziert, die Auftraggeber sitzen aber in Italien und zunehmend auch in England“, erklärt Hotzan. Dies belegen auch die eingereichten Fälschungen der Wagenfeld-Leuchte im Rahmen der Umtauschaktion. „Die gefälschten Leuchten der letzten zwölf Monate stammen überwiegend aus England. In maximal zwei Jahren wird sich der Fälscher-Markt in Europa komplett von Italien nach England verschoben haben.“